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Chile | Wiederaufbau nach Erdbeben in Peralillo


Beginn gemeinschaftlicher Selbsthilfe nach dem Erdbeben.
Foto: Habitat por la Humanidad Chile
Am 27. Februar 2010 ereignete sich in Chile ein Erdbeben der Stärke von 8,8 Mw auf der Momenten-Magnituden-Skala, das stärkste in Chile seit knapp 50 Jahren. Das Erdbeben und der nachfolgende Tsunami haben hunderttausende Häuser beschädigt bzw. zerstört. Aus dem Ort Peralillo, der 80 km nördlich der Hauptstadt Santiago liegt, meldeten sich die Bewohner und das Bürgermeisteramt und baten die Partnerorganisationen der DESWOS, SELAVIP und Habitat por la Humanidad um Hilfe beim Wiederaufbau ihrer Häuser.

Aus verständlichem Grund: Die chilenischen Wohnbauprogramme der letzten drei Jahrzehnte konnten die Wohnungsnot bedürftiger Bevölkerungsgruppen zwar lindern, aber ausschließlich mit Hilfe privater Bauunternehmen. Die wohlgemeinte Politik hatte einen negativen Effekt:

Sie machte die sonst so aktiven Familien zu passiven Hilfeempfängern. Die Wohnbauprogramme nahmen den Menschen die Möglichkeit, selbst beim Bau ihrer Häuser und Siedlungen mit Eigenleistungen beizutragen. Ihre technischen Fertigkeiten und ihre Bereitschaft zur Partizipation waren nicht gefragt und blieben ungenutzt. Das soll nun anders werden: Nach dem Erdbeben sind umfangreiche Selbsthilfe und entschiedene Tatkraft jedes Einzelnen gefragt. Denn die verfügbaren staatlichen Finanzmittel reichen nicht aus, um die öffentliche Infrastruktur wieder aufzubauen, geschweige denn dringend benötigten Wohnraum für Bedürftige zu schaffen.

Die DESWOS sieht in der kritischen Situation eine Chance. Mit Hilfe der chilenischen Organisationen mobilisieren die Bewohner von Peralillo ihre Selbsthilfekräfte und stärken die kommunale Verwaltung beim Wiederaufbau der örtlichen Infrastruktur.

Die DESWOS förderte:

  • die Bestandsaufnahme der Hausschäden und durchzuführender Arbeiten für die Gemeinschaft
  • die Aktivierung der Bewohner durch Aufräumarbeiten und Bauschuttbeseitigung durch Recycling
  • die Durchführung von Planungs-Workshops, bei dem Bewohner und Behörden gleichermaßen beteiligt werden
  • die technische Hilfe bei der Reparatur beschädigter Infrastruktur durch Fachkräfte
  • die Gründung eines kommunalem Zentrums für Selbsthilfe; hier können sich die Selbsthilfe-Bautrupps Werkzeug ausleihen und Baumaterial abholen
  • den Wiederaufbau von 100 teils leicht teils schwer beschädigten Häusern sehr armer Familien in angeleiteter Selbsthilfe

Bitte unterstützen auch Sie die Arbeit der DESWOS - Sie leisten damit Hilfe zur Selbsthilfe!


Quelle:
Veröffentlicht am: 09.06.2010