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Bau des GEORG-POTSCHKA-TRAINING-CENTRE FOR GIRLS in Kibamba

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DESWOS briefly vom 30.07.2015

Sister Viji (oben in der Mitte) liegt die Zukunft der Mädchen sehr am Herzen.
Nachdem im Jahre 2013 das Wohnheim für Straßenmädchen in Kibamba in Dar-es-Salaam fertiggestellt wurde, bat die Partnerorganisation Daughters of Mary Immaculate (DMI) um Mithilfe für den Bau eines Ausbildungszentrums für die jungen Mädchen. Die DESWOS möchte dieses Projekt im Namen ihres verstorbenen Generalsekretärs Georg Potschka aufbauen, der sich sehr für dieses Vorhaben und die Ausbildung junger Menschen in den Projekten eingesetzt hat.

Das Ziel der praxisorientierten Ausbildung ist, den Mädchen nach Abschluss ihrer Schulausbildung einen schnellen Einstieg in das Berufsleben zu verschaffen.
Vor einigen Wochen haben wir uns mit der Projektleiterin Sister Viji über ihre Pläne unterhalten.

DESWOS brief: Sister Viji, sie kümmern sich um das Problem des Kinder- und Mädchenhandels in Dar-es-Salaam, indem sie junge Mädchen von der Straße holen. Was hat Sie jetzt dazu gebracht, dass Sie ein Ausbildungszentrum bauen wollen?

Sister Viji: Das Problem des Kinderhandels ist in Tansania weit verbreitet. Auf dem Lande sind viele Familien ahnungslos, wenn ihnen angeblich wohlmeinende Verwandte oder auch Geschäftsleute anbieten, die jungen Mädchen mit in die Stadt zu nehmen und ihnen dort Arbeit zu verschaffen. Viele landen als Hausmädchen oder Gehilfinnen in üblen Jobs, ohne anständige Bezahlung und erleiden sexuelle Nötigungen und Übergriffe.
Wenn sie es nicht mehr aushalten können, gehen sie auf die Straße. Wir holen sie von dort in unser Heim, damit sie zur Schule gehen und sich körperlich und seelisch erholen können. Wir versuchen, die Mädchen wieder lebensfroh zu machen. Und am besten wäre es für sie, wenn sie in die Obhut ihrer Familien zurückkehren könnten. Deshalb müssen wir ihnen eine Ausbildung mitgeben, die ein Einkommen ermöglicht. Sie sollten sich selbst oder auch ihre Familie unterstützen können.

DESWOS brief: Welche Angebote können Sie den Mädchen machen?

Sister Viji: Leider haben die Mädchen fast alle keine besonders gute Schulbildung.Viele schafften es gerade mal bis zur 7. Klasse. Die versäumte Schulzeit können wir mit einigen Mädchen nachholen. Wenn sie gut Englisch sprechen, haben wir die besten Chancen, sie an Computern auszubilden und so in Bürojobs und in kleinen Läden unterzubringen. Wir bilden sie als Kosmetikerin, Friseurin oder in der Maniküre aus.
Und dann haben wir die Tradition der wunderbaren afrikanischen bedruckten Stoffe und Batiken. Die Frauen kaufen ihre Stoffe auf dem Markt und lassen sich die Kleidung nähen. Auch dafür bilden wir aus. Viele Mädchen verdienen gut mit einer Nähmaschine, sie versorgen die ganze Nachbarschaft. Und wir nähen auch Dinge für den Markt: Taschen, Etuis, Tischsets – alles, was man mit Talent und Können aus Textilien produzieren kann. 
Eine Branche mit Zukunft ist das Catering. In einem Umkreis von zehn Kilometern haben wir über 30 Einrichtungen, die Tagungen und Veranstaltungen ausrichten.
Die Ausbilder haben wir in der Nachbarschaft oder finden sie in unseren Frauengruppen, die wir in den Stadtteilen organisieren.

DESWOS brief: Wie schätzen Sie denn die Möglichkeiten ein, dass Ihre Mädchen damit wirklich ein einträgliches Einkommen erzielen können?

Sister Viji: Wir haben inzwischen drei Jahre Erfahrung, obwohl wir bisher nur unter unzureichenden Bedingungen ausbilden konnten. Ich kann sagen, dass 80 Prozent der Mädchen erfolgreich in ihren Jobs oder in ihrer Selbständigkeit sind. Wir helfen mit unseren Beziehungen und auch unsere Frauengruppen halten immer Ausschau, wo wir unsere Absolventinnen unterbringen können. Allein mit einem Schönheitsstudio, also einem kleinen Raum, gemietet in einem lebhaften Stadtviertel, verdient eine Kosmetikerin in der Woche fast 50 Euro.
Aber wir haben auch die Erfahrung, dass die Mädchen ein gutes Ansehen haben, wenn sie mit dem Erlernten in ihr Dorf und zu den Eltern zurückkehren.

DESWOS brief: Welche Unterstützung kann Ihre Organisation DMI den Mädchen geben, damit sie mit ihrem Startup in die Selbstständigkeit gehen können?

Sister Viji: Zunächst beraten wir die Mädchen sehr gründlich bei der Auswahl ihrer Ausbildung. Viele erproben ihre Talente. Dann schicken wir sie auch in Praktika bei uns verbundenen kleinen Läden und Unternehmen.

DESWOS brief: Was ist denn die Perspektive, wie Sie das Ausbildungszentrum finanzieren können?

Sister Viji: Zunächst einmal bin ich dankbar, dass die DESWOS uns die Zusage für diese große Investition für den Bau der Werkstätten gegeben hat. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit einem neuen Ausbildungszentrum professioneller arbeiten können und noch mehr Unterstützung aus unserem Umfeld erhalten. Unsere Strategie wird sein, auch die Jugendlichen aus der Nachbarschaft mit in die Ausbildung zu nehmen. Damit haben wir ein starkes Bindeglied zu den Menschen um uns herum.

Natürlich müssen wir uns auch um die Mittel für die laufenden Kosten bemühen. Ich habe von unserem Bischof acht Hektar Kirchenland in der Nähe unseres Zentrums bekommen. Dort werden wir eine kleine Farm aufziehen. Und dann haben wir die Nähwerkstatt. Wir müssen mit unseren Produkten auf die Märkte und die Ausstellungen. Wenn wir einen stabilen Absatz haben, können wir damit auch Geld verdienen.
Sie von der DESWOS kennen mich ja viele Jahre, ich bin immer optimistisch an meine Aufgaben herangegangen. Zuversicht ist einfach eine Lebenshaltung von uns Schwestern bei DMI.


Spendenstichwort:
NL Georg-Potschka-Training-Centre

DESWOS e. V. | Sparkasse KölnBonn
Konto: 660 22 21 | BLZ: 370 501 98
IBAN: DE87 3705 0198 0006 6022 21 | SWIFT-BIC: COLSDE33

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf unserer Website.