El Salvador | Das Projekt der DESWOS zum Internationalen Jahr der Genossenschaften 2012
Genossenschaftsprojekt „Hausbau Jutiapa"
 Viele Familien leben in ärmlichen Behausungen. Die Frauen kochen traditionell draußen, weil der Rauch innen gesundheitsschädigend ist. Foto: DESWOS
Josefina Aguilar lebt seit acht Jahren mit ihrer sechsköpfigen Familie in einer baufälligen Hütte aus Holzgeflecht und Lehm im kleinen Ort Jutiapa in El Salvador. Eine Wasserversorgung, Toiletten oder Strom gibt es nicht. Als Kleinbäuerin hat sie das Grundstück nur gepachtet, die Familie kann jederzeit vertrieben werden. Die Ernte reicht gerade zum Leben, für den Verkauf auf dem Markt bleibt kaum etwas übrig. Deshalb suchen sich viele Männer eine Arbeit in der Stadt um die Familien zu unterstützen. Die Frauen müssen den Alltag mit ihren Kindern allein meistern. So wie Josefina geht es vielen Frauen in Jutiapa. Das Überleben verlangt den Familien täglich einen neuen Kampf ab.
Erdbeben, Hurrikans und Starkregen, die in der Region häufig sind, bedrohen ganze Siedlungen und Landstriche. Nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 2001, das viele Wohnhäuser zerstörte, war den Frauen klar: Nur durch gut organisierte Selbsthilfe lässt sich ihre Situation verbessern. Zunächst als Spar- und Kreditgruppe konzipiert, gründete sich im Nachbarort Tejutepeque die Frauengenossenschaft „Asociación Cooperativa de Ahorro y Crédito Mujeres Solidarias“ (ACAMS). Die Genossenschaft ACAMS fördert die Frauen und verbessert damit das Leben der ganzen Familie.
Nach ersten positiven Erfahrungen im Hausbauprojekt in Tejutepeque, das die DESWOS bereits unterstützt hat, beginnt im Jahr 2012 auch in Jutiapa ein neues Selbsthilfeprojekt mit insgesamt 60 Häusern.
In einer Siedlung werden 40 Häuser mit integrierten Kochstellen sowie Waschstellen und Toiletten errichtet. Die Häuser werden erdbebenresistent und mit energiearmen Baustoffen konstruiert. Die Baumaterialien sind vor Ort produzierte Wandfertigteile und Dachziegel.
Weitere 20 Häuser entstehen in der länglichen Umgebung von Jutiapa. Diese werden in traditioneller, aber verbesserter und gegen Erdbeben gesicherter Lehmbauweise gebaut.
Die Familien erbringen Ihre Arbeitsleistung beim Bau in Selbsthilfe. Zusätzlich müssen sie, ihrem Einkommen entsprechend, einen Teil der Baukosten als Kredit bei der Genossenschaft zurückzahlen. Dieses Geld fließt in einen Rückzahlungsfonds, aus dem weitere Häuser gebaut werden.
Genossenschaftliche Ideen der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung ermöglichen verarmten Bevölkerungsgruppen weltweit eine bessere Zukunft. Das zeigt das Beispiel der Frauen von ACAMS in El Salvador.
Lassen Sie uns gemeinsam Frauen wie Josefina Aguilar helfen. Bitte spenden Sie für dieses „Selbsthilfe“-Projekt. Herzlichen Dank!
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