Indien | Wasserhyazinthen - eine Plage der Natur, ein Segen für indische Frauen
Im Hinterland der Küste im indischen Kerala, in Flüssen und Kanälen, breitet sich die Wasserhyazinthe aus und behindert den Fischfang und die Schifffahrt. Die Wasserqualität verschlechtert sich und die unter den Blättern brütenden Mosquitos verursachen Krankheiten wie Malaria und Filariose, eine fürchterliche unheilbare Krankheit, auch als Elephantiasis bekannt.
Die Hyazinthe kann nur mechanisch entfernt werden, denn Pestizide wollen die Menschen unbedingt vermeiden. Von den geernteten Wasserhyazinthen eignen sich die weichen Stängel sehr gut als Flechtmaterial für Körbe, Hüte, Matten und Wandbehänge.
Hier sieht die indische Partnerorganisation KIDS Kottapuram Integrated Development Society eine Chance für die wirtschaftliche Zukunft von 50 Frauen. Sie sind körperlich oder geistig behindert und hängen dadurch völlig von ihren Familien ab.
KIDS bildet die Frauen aus, die Stängel der Wasserhyazinthe zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen zu verarbeiten.
Das Arbeitsmaterial und die Ausbildungskosten trägt die DESWOS sowie die Honorarkosten für eine Produktdesignerin.
10 weitere Frauen arbeiten ihnen zu und übernehmen Aufgaben, die mehr Mobilität erfordern. Die Produkte haben schon einen kleinen Markt in Europa und in den USA gefunden, wo sie den Trend einer rustikalen tropischen Innenarchitektur unterstreichen. Ganz nebenbei ersetzen die Flechtarbeiten viele Plastikgegenstände – Naturfasern statt Plastik fördert auch eine ökologische Konsumentenorientierung.
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