Indien | Hausbauprojekt für tsunami-geschädigte Familien im Cuddalore District
Ponnanthitu - überzeugende Selbsthilfe eines ganzen Dorfes
"Das Land, auf dem vor dem Tsunami noch unsere Hütten standen und wo wir die Felder zur Pacht bestellten, gehört uns nicht. Nur deshalb bekommen wir jetzt von der Regierung keine Rupie" klagt ein einfacher Bauer aus dem Dorf Ponnanthitu in Tamil Nadu. So wie ihm ging es vielen Familien der Adivasi, der ursprünglichen Stammesbevölkerung der Region. Es sind Kleinstbauern und Flussfischer, die ihre Hütten, Fischereigeräte und Ernteerträge durch den Tsunami verloren haben. Schon vor dem Tsunami gehörten sie zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen in Indien und konnten deshalb kein Land erwerben. Genau das ist jetzt ihr Verhängnis: nur Landbesitzer erhalten staatliche Hilfsleistungen, Landlose bleiben ausgeschlossen. Durch diese Regelung werden solche Familien doppelt geschädigt. Sie verloren ihre Ernte und Investitionen, die Schulden bleiben, und die Entschädigung kassiert der Grundbesitzer.
Es blieb ihnen ihr einziges Vermögen: die eigene Arbeitskraft ihre Stärke als Gruppe. Freunde und Verwandte gaben ihnen viele kleine Kredite. So konnten alle gemeinsam ein 2.000 m² großes Grundstück kaufen. Mit dem großen Stück Land als einzigem Besitz und mit zähem Einwirken auf die Gemeindeverwaltung bekamen sie eine Straße zum Gelände, Straßenbeleuchtung und eine Trinkwasserversorgung mit Handpumpen.
Auch unsere Partnerorganisation BLESS überzeugte die Tatkraft der Dorffamilien und griff die Bitte um Unterstützung der Dorfgemeinschaft gerne auf:
- Hilfe zum Bau stabiler Häuser in Selbsthilfe mit eigener Baumaterialproduktion,
- Anleitung des Selbstbaus durch die Partnerorganisation BLESS,
- Entwicklung eines neuen Haustyps mit begehbarer Dachterrasse
- Hygieneprogramm zum Bau von EcoSan-Trockentoiletten
- Aufbereitung der getrockneten Fäkalien als Düngemittel
Unterstützen auch Sie die Arbeit der DESWOS - Sie leisten damit Hilfe zur Selbsthilfe!
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