Bangladesch | Schule für Drop-Outs im Dorf Huzurikanda
Drop-Outs heißen in Bangladesch die Schülerinnen und Schüler, die die Schule verlassen müssen und so vorzeitig aus dem Schulsystem „herausfallen", weil ihre Eltern sie als Arbeitskräfte benötigen oder sie kein Geld für willkürlich erhobene Schulgebühren haben. In ländlichen Regionen gibt es besonders viele Drop-Outs, weil es nur wenige weiterführende Schulen gibt und diese oft weit entfernt liegen und für die Dorfkinder schwer zu erreichen sind. Unter den Drop-Outs sind besonders viele Mädchen. Im traditionellen Denken der Eltern sind es nur die Söhne, die es wert sind, in die Schule zu gehen. Nach landläufiger Meinung sollen die Töchter zu Hause bleiben, Geschwister hüten und die Hausarbeit machen, so wie es ihre Rolle in der Ehe sein wird.
Die fortschrittlichen Frauengruppen und die Partnerorganisation MATI aus Bangladesch fordern seit langem ein Umdenken: Schulbildung muss auch auf dem Lande selbstverständlich werden, egal, ob jemand aus einer armen oder reichen Familie kommt, egal, ob für Mädchen oder Jungen! Außerdem klärt Mati über Kinderarbeit auf und arbeitet daran, die verbreiteten „Kinderheiraten" zurückzudrängen.
Die DESWOS unterstützt diese Bildungsoffensive durch:
- den Bau von zwei Klassenräumen in Einfachbauweise,
- die Ausstattung (2 x 20 Tische und Bänke, 2 Schultafeln, 2 Lehrerpulte, 2 verschließbare Schränke),
- den Bau von Sanitäranlagen für Mädchen und Jungen,
- die Errichtung eines Wassertanks,
- die Übernahme eines Lehrergehalts für ein Jahr
- und die Einführung ökologischen Gartenbaus für zwei kostenlose Mittagessen an zwei Tagen in der Woche.
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