Indien | Integrative Schule für behinderte und nicht-behinderte Kinder in Arumbuhalnagar
Friedensschule Arumbuhalnagar
Noch ist es eine Seltenheit in Indien: gemeinsamer Unterricht für behinderte und nicht-behinderte Schüler. Die Friedensschule im Ort Arumbuhalnagar in Tamil Nadu ist eine der wenigen integrativen und behindertenfreundlichen Schulen in Indien. Außerdem bietet sie einen aufgelockerten und engagierten Schulunterricht. Allerdings sind die bestehenden Gebäude viel zu klein und müssen dringend um weitere Klassenräume ergänzt werden. Schulunterricht in Indien ist bisher vorwiegend von Drill und Disziplin geprägt. Die Leitung der Friedensschule dagegen lädt die bisher 700 Schülerinnen und Schüler ein, den Unterricht und das Schulleben aktiv mitzugestalten. Das Konzept kommt inzwischen sehr gut an. Sowohl Schüler als auch Lehrer sind sehr motiviert. Bei ihren Besuchen des Projektbetreuers der DESWOS und der Partnerorganisation SEVAI war es bei Schülern und Lehrern anzumerken, mit welcher Freude und hohen Motivation sie den Unterricht mitverfolgen und gestalten.
Außerdem hat SEVAI es geschafft, Eltern von behinderten Kindern davon zu überzeugen, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Denn besonders auf dem Land werden behinderte Kinder auch heutzutage noch eng in den Familien gehalten und geradezu versteckt. Nach traditionellem Glauben ist die Behinderung eine göttliche Strafe für Kind und Eltern. Die SEVAI bemüht sich um Aufklärung, organisiert den Transport zur Schule mit einem Bus und stellt Rollstühle zur Verfügung, damit sich die Schüler in der Schule freier bewegen können.
Baumaßnahme:
Um rund 120 behinderte Kinder wird der Schulbetrieb zukünftig erweitert. Dafür muss ein 225 m² großes Schulgebäude errichtet und im Erdgeschoss barrierefrei gestaltet werden. Geplant ist der Bau in Betonskelettbauweise, um den Schulkomplex erdbebenresistent zu machen. Auch Wirbelsturmsicherheit und Überflutungssicherheit müssen beachtet werden. Die Partnerorganisation wird auch auf energiearme Baustoffe und gute mikroklimatische Bedingungen achten. Gemeinsames Lernen hat für behinderte wie für nicht-behinderte Kinder viele positive Folgen, fürs Lernen und fürs Leben.
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